Roman Candio – ein Leben für die Farbe

 

 

Der Schweizer Künstler Roman Candio, 1935 in Murgenthal (AG) geboren und in Fulenbach (SO) aufgewachsen, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das Zeichnen und Malen. Bereits in der Sekundarschule wurde sein Talent durch den Zeichenlehrer Jakob Weder gefördert, der ihn in die Farbtheorie einführte. Ein prägendes Erlebnis: Candio verstand, dass Farben miteinander sprechen – und dass dieses Gespräch auch ihn als Künstler unmittelbar berührt.

 

Vom Schulzimmer in die Kunstwelt

 

Obwohl seine Begabung offensichtlich war, entschied sich Candio zunächst für eine Lehrerausbildung. Doch die Zeit, die ihm neben dem Beruf für die Malerei blieb, war knapp. Nach nur drei Jahren folgte die konsequente Entscheidung: Er gab den sicheren Beruf auf und widmete sich vollständig der Kunst.

 

Es folgten prägende Jahre an der Kunstgewerbeschule Luzern (1958–1959) und später an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er von Georg Meistermann unterrichtet wurde – einem international anerkannten Künstler, bekannt für abstrakte Bildsprachen und Glasfenster in sakralen und öffentlichen Räumen. Als Meistermann 1960 nach Karlsruhe berufen wurde, kehrte Candio in die Schweiz zurück und begann, sein eigenes Oeuvre zu entwickeln.

 

Ein Werk zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion

 

Candios Arbeiten bewegen sich zwischen gegenständlichen und ungegenständlichen Ausdrücken. Seine gegenständlichen Arbeiten zeigen eine deutliche Verwandtschaft zu Klee, Kandinsky, Cézanne, Gauguin, Matisse und Ferdinand Gehr – letzterer wurde zu seinem wichtigen Mentor. Gleichzeitig entwickelte Candio eine eigene, reduzierte und doch farbintensive Bildsprache, die sich ebenso intuitiv wie reflektiert anfühlt.

 

Er selbst formulierte einmal:„Freude an der Farbe und was sie ein Leben lang hergibt.“ Für Candio ist Farbe nicht nur Material, sondern ein Lebensprinzip.

 

Mehr als Malerei: Über 70 Kunst-am-Bau-Projekte

 

Ein wesentlicher Teil seines Schaffens sind über 70 Kunst-am-Bau-Projekte, mit denen er seine Bildsprache stetig weiterentwickelte. Diese Arbeiten erlaubten ihm, Architektur, Raumwirkung, Mensch und Symbolik miteinander zu verbinden.

 

Die Kunstkritikerin Annemarie Monteil beschreibt sein Werk treffend:„Kunst ist für Roman Candio nicht eine hohe, elitäre Angelegenheit, sondern ein totales Lebensgefühl. Für ihn liegt der ‚Kunst‘ des Malens die ‚andere Kunst‘ zugrunde – die Kunst, das Leben zu lieben. “1991 wurde Candios Schaffen mit dem Solothurner Kunstpreis gewürdigt. Candios Arbeitsweise: Empathie, Intuition und hundertprozentige Präsenz.

 

Candios Arbeitsweise: Empathie, Intuition und hundertprozentige Präsenz

 

Candios Herangehensweise ist besonders: Er nähert sich jeder Aufgabe mit empathischer Recherche. Er fragt danach, was die Menschen eines Ortes prägt – geschichtlich, kulturell, räumlich. Seine Werke entstehen aus dem Zusammenspiel von Wissen, handwerklichem Können und einer Intuition, der er zutiefst vertraut. Er sagte einmal, dass Formen und Farben die Chance brauchen, sich frei zu entfalten, damit Gedanken wandern und die Seele atmen kann. Diese Haltung prägt seinen kreativen Prozess: Jugendliche Verspieltheit, ein Hauch von Erotik, Freiheit im Denken und Handeln – und immer der Anspruch, Energien zu erspüren, zu empfangen und in Kunst zu verwandeln. In seinen Werken führt Candio Elemente zusammen, die auf den ersten Blick nicht selbstverständlich zusammengehören: Alltagsgegenstände, Pflanzen, Farben, Linien, Symbole des menschlichen Lebens.

 

Roman Candio – Ein Künstler, der verbindet

In seinen Werken führt Candio Elemente zusammen, die auf den ersten Blick nicht selbstverständlich zusammengehören: Alltagsgegenstände, Pflanzen, Farben, Linien, Symbole des menschlichen Lebens. Sein Ziel: Etwas Neues zu zeigen, das dennoch vertraut wirkt. Etwas zu materialisieren, das zuvor nur Gefühl oder Ahnung war.

Roman Candio ist im im Juli 2026 verstorben. Die Online-Kunstgalerie suter-starosta.com ist dankbar für die Zusammenarbeit und die persönlichen Begegnungen mit ihm.

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